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Freitag, 23.08.2019

Ausstellung "Sternbein"
Marienkirche Rostock

Arbeiten auf Ölpapier

"Sternbein I"
großes Bild im Raum 300 x 650 cm, farbige Tusche, Zeichnung auf Ölpapier

"Sternbein III"
unten 50 x 40 cm, farbige Tusche, Monotypie auf Ölpapier

Kopfzerbrechen?

Könnte ich doch dieses Gefühl in Bilder legen, an der noch aufgewühlten Ostsee, plötzlich dieses goldgelb, manchmal auch stumpf rot, bräunlich, weißlich, grünlich schimmernde Harzklümpchen zu sehen, aufzuheben.

Könnte sich ein Ausstellungsraum für solche Bilder an einem Ort der Ostsee finden, der auch noch das durchdringende Licht spendet, welches derartige Farben benötigen um annähernd den inneren Glanz von Bernstein zu spiegeln.

Dachte ich. Und dachte auch über einen Malgrund nach, der etwas an Transparenz und warmen Grund der lichten Farben trägt, die ich zum Malen gern hätte.

Hätte das alles gern. Nun die Gedanken zogen schon vor Monaten durch meine Hirnschubladen. Schoben sich doch plötzlich und auch etwas zufällig schöne Gegebenheiten zu einem Gebilde, woran diese kleine Ausstellung wachsen sollte.

Diesen Raum hier, in dem jetzt die großen, bemalten Papierbahnen hängen, lernte ich kennen und sah durch das viele, einfallende Licht des großen Fensters meine Bilder entstehen. Ich bekam die Gelegenheit hier meine Arbeiten auszustellen.

Auch zufällig, erst vor einigen Wochen, entdeckte ich meinen Malgrund, stabil aber auch etwas durchscheinend; Ölpapier. Mindestens die Bahnen im Raum lassen etwas von der Transluzenz erahnen, die ich mir im Licht des großen Fensters erhoffte. Das nun zurzeit viel vom einfallenden Licht ausgebremst wird, ist dem Baugerüst an dieser Fassadenseite der Kirche zu schulden, deren Reparatur sicher wichtiger, als gutes Licht durch Ölpapierbilder ist.

Jedes der Bilder an den Wänden hat auch dieses Leuchten in sich, ein ganz anderes Aussehen, könnte ich sie alle im Raum schwebend hängen. Will ich mich doch bescheiden, meine Spinnerei verwirklicht zu sehen, ein großes Papierbild in den schönen hohen Raum zu hängen, das passende Material dafür entdeckt zu haben.

Sternbein

Nun sieht man sich

im Leuchten, doch erstarrt,

zweisam, einsam, verharzt,

im Zeug

Einem kleinen poesievollem Moment, einer Wortspielerei, Buchstabenverwechslungen, entsprang der Titel für meine Bilder.

Der Glückliche entdeckt im Gold der Ostsee Einschlüsse, jedoch vorzeitlicher Waldesbewohner.

Sah ich mich in Erstarrung manchmal, Augenscheinlich im Licht, jedoch fest, bewegungslos, stumm, sah ich uns. Abgestrampelt für die vermeintlichen Güter, Schätze, Werte. Zwischen all dem Zeug gestrandet. Wartend dass uns einer aufhebt, findet, in die Sonne hält, ans Licht bringt.

TO Helbig, 05.06.2010