23. - 26.06.2021

Der Freitagmorgen beginnt für uns mit frischen Brötchen regionaler Art und wir sind bald in der naheliegenden kleinen Kurstadt Haapsalu. Wir umrunden die alte Bischofsburg, leider ist der Eintritt für die Dombesichtigung unangemessen und es springt dafür der Besuch eines Künstlerhauses mit Grafikwerkstatt und tollen Arbeiten der Künstlergemeinschaft heraus. In Haapsalu ist es still und wir entdecken einen uralten Friedhof mit Kapelle und drehen die Stadtrunde vorbei am schön erhaltenen Zarenbahnhof. Am Ende der beiden Landzungen an denen die kleine Stadt liegt, fallen wir förmlich in den alten Kultursaal des Kurortes, wo wir lecker und frisch mit Seeblick essen. Direkt neben dem kleinen Markt, wo unser Auto parkt, sehen wir noch die Gebäude der hiesigen Kunstschule. Da ist natürlich Ferienzeit. Wir haben uns bei unseren Gastgebern in Pärsama auf der Insel Saaremaa für den Abend angesagt und müssen leider sehr lange wegen der Fährüberfahrt anstehen. Um so schöner ist die Überfahrt dann endlich nach Muhu und wir werden noch so spät mit einem leckeren Abendbrot auf dem Rukkilillehof erwartet. Hier in Pärsama hat TO vor neun Jahren eines seiner Tagebuchobjekte geschöpft. Schon damals haben wir uns hier sehr wohl gefühlt. Wir wollen zwei Tage auf der schönen Insel verbringen. Am Sonnabend haben wir uns einen Marktbesuch in Kuressaare vorgenommen. Dort erleben wir zufällig den Auftritt einer estnischen Folkloregruppe. Wir bummeln durch die Inselhauptstadt, entdecken Buchkunst und Grafik und umrunden die alte Bischofsburg. Am Nachmittag zieht es uns an den nördlichen Strand Tukhana. Ein guter Ort zum Abhängen. Am Sonntag gibt es auf der Insel einen Tag der offenen Höfe. Wir verkossten süßen Wachholdersirup und spazieren durch den schönen Garten. Da fahren wir auch mal über staubige Schotterstraßen, vorbei an den Windmühlen von Angla und der schroffen Pangaküste. Die Kirche in Kihelkonna hat einen frisch renovierten, uralten Glockenturm. Heute Morgen gibt es nochmal ein nettes Frühstück bei Laleickes und wir starten zurück zur Fährüberfahrt nach Kuivastu. Ein Halt an der Kirche in Karja muss doch noch sein zum Abschied und wir sind bezaubert von den uralten Skulpturen und dem magischen Licht der farbigen Glasfenster in den allzu kleinen Fensteröffnungen in den dicken Mauern. Ein Blick geht zurück über die spiegelglatte Wasserfläche auf die Küste hinter uns und wir entscheiden uns für die Landstraße in Richtung Pärnu, teilweise auch wieder eine Herausforderung für unser Auto, Schotter und Staub. Dieses langsamere Fahren lässt uns jedoch alte Windmühlen und Kirchen entdecken. Aus einer offenen Tür klingt Cellomusik. Ein spontanes Wendemanöver lässt uns eine alte Schule finden und wir werden am Ruhetag des kleinen Cafés darin zu Blaubeerkuchen und Espresso eingeladen. Am Nachmittag landen wir auf einem Campingplatz direkt am weißen Sandstrand vor Pärnu, genießen die Ostseeluft, können erfrischt baden und auch wiedermal Bilder und Text vorbereiten.

21. - 22.07.2021

Nach einer sehr windigen Nacht an Tallinns Marina, grüßt die Stadt mit einem frischen, klaren Morgen und wir sehen uns noch die ehrwürdigen Klostermauern von St. Birgitta an. Auf dem Weg in die Stadt liegt auch ein bedeutungsvoller Ort für Estland, das Sängerfeld. Da wollen wir auch noch hin. Hier begann für das moderne Land die friedliche Revolution, indem die Esten sich auf diesem weiträumigen Hang zum Singen ihrer Volkslieder trafen, obwohl es von der Sowjetregierung verboten war. Heute finden hier vielfältige Veranstaltungen statt. Gleich drei Ecken und eine Baustelle weiter entdecken wir das Barockschloss Katharinental mit seinen gepflegten Parkanlagen mitten im Stadtteil Kadriorg. In einem kleinen Café genießen wir eine super leckere, kalte Gurkensuppe. So gestärkt, drehen wir noch eine Runde durch das Viertel mit den schicken, alten und neuen Holzbauten.
Für die heutige Übernachtung haben wir uns ein Hotelzimmer in der Altstadt gesucht und können von hier aus gemütlich einen Bummel starten. Die St. Olavskirche ist leider wegen Bauarbeiten zu, also freuen wir uns an ihrem äußeren, erhabenen Anblick. Bis in den späten Abend sehen wir uns Altbekanntes und Neues in dieser schönen, alten Hansestasdt an. Zum Abschluss gibt es noch einen Blick vom Domberg. Am Morgen wollen wir noch zum nahegelegenen Markt am baltischen Bahnhof gehen, auch um in der riesigen Vielfalt etwas Obst und Fisch zu kaufen. Die Reise geht weiter in Richtung Westen an der Küste entlang. Cornelia gab uns einen guten Tipp, auf der Halbinsel Lohusalu befindet sich das Arvo Pärt Zentrum. Die einzigartige Architektur, ein toller, ins Landschaftsbild eingefügter Aussichtsturm mit Meeresblick gehen auf das Schaffen des berühmten Komponisten gefühlvoll ein. Wir sind froh, dass wir dahin gefunden haben.
Etwas südlich in dem kleinen Dorf Padise gibt es die Ruine des Benediktiner Klosters zu bewundern, auch hier mit einer Turmaussicht über die sommerlichen Felder. Die genauso alte Kirche in Harju-Risti gefällt uns auch sehr gut. TO darf auch hier noch abenteuerlich in den besonders geformten Turm, mit seinen zwei Glocken und einem Landblick klettern. Gegen Abend fahren wir an der Küste in Richtung Haapsalu entlang und finden einen kleinen, familiär geführten Campingplatz nahe bei der Stadt. Wir genießen sehr den Aufenthalt, am Morgen gibt es frische, landestypische Brötchen.

18. - 20.07.2021

Am Sonntag mussten wir halb zehn am Fährterminal sein. Die Viking Line Fähre kam auch pünktlich. Bald fuhren wir in den Bauch des riesigen Schiffes und brummten, Helsinkis Hafenansicht vom Heck aus betrachtend, zwischen einigen Schären in Richtung Tallinn. Nach reichlich zwei Stunden begrüßte uns die estnische Hauptstadt in der Mittagssonne mit seiner markanten Altstadtansicht, besonders der weithin sichtbaren Spitze der St. Olafskirche, einem uralten Seezeichen. Der Tag sollte uns weiter über die Schnellstraße in Richtung Ostgrenze nach Narva bringen. Wir wollten die Zeit in Estland von dieser Seite her beginnen. Wir parkten neben der alten Burg, direkt neben der Grenze zu Russland. Auf der anderen Seite des Narva Flusses steht die alte Festung Iwangorod. Über den Festungsvorhof der Narvaburg gehend, auf dem die letzte Leninskulptur Estlands in Richtung Grenzbrücke zeigt, entschlossen wir uns das Burgmuseum zu besuchen. Das war dann doch sehr interessant, ein Fahrstuhl brachte uns auf die Turmaussicht mit seinem hölzernen Wehrgang. Von der Geschichte des Grenzortes beeindruckt fuhren wir wieder zurück in Richtung Westen, durch ein rauschendes Sommergewitter hindurch, unser Auto war auch gleich entstaubt. Wir fanden einen traumhaft schönen Campingplatz am Meer und starteten noch zu einer Strandwanderung, mit dem Ziel eines netten Restaurants und leckerem Essen mit Meerblick und Aussichtsturm.
Am Montag ging es in die Natur. Der Lahemaa Nationalpark mit seinen vier Halbinseln bietet vielfache, tolle Naturerlebnisse. Wir wandern auch durchs flache, warme Wasser im größten Findlingsfeld Estlands auf der Halbinsel Käsmu. Vorher fanden wir spontan die Ruine einer alten Vasallenburg, direkt an einer alten Hafenbucht. Für die Nacht entdecken wir mitten im Nationalpark einen Platz an einem kleinen See. Wir stärkten uns zum Frühstück mit frischen Heidelbeeren und Quark und waren so fit für den Tag. Zuerst starteten wir zu einer Wanderung durch das Viru Moor, wo wir viele seltene Pflanzen wie z.B. Sonnentau bewundern. Außerdem gab es die Möglichkeit in einem der Moorseen zu baden. Nach dem Mittag fuhren wir nach Palmse und besichtigten eines der vielen noch erhaltenen Herrenhäuser hier im estnischen Norden. An der Spitze der Halbinsel Pärispea finden wir ein Kleinod und sind erstaunt über eine vielfältige Ausstellung zeitgenössischer Kunst in einem verrückten Museum, direkt am Hafen. Gegen Abend fahren wir doch noch in Richtung Tallinn und bekommen zum Glück einen Stellplatz am Hafen neben Yachtclub und altem Olympiazentrum, unweit der Ruine des St. Birgittenklosters. Von der Ferne grüßt im Abendlicht Tallins Stadtansicht mit Hochhäusern und markanten alten Kirchen. 

17.07.2021

Der Campingplatz liegt weiträumig im Grünen, inmitten des Stadtrandes, unweit der Endhaltestelle der Metro. Am Sonnabendmorgen frühstücken wir in Ruhe und wollen mit der Metro ins Stadtzentrum fahren. Nur gibt es statt Metro Schienenersatzverkehr mit Bussen. Ab heute wird über einige Tage am Streckennetz gebaut. Der Bus bringt uns bis zum Platz am Hauptbahnhof und wir starten unseren Stadtrundgang von da aus. Wir haben uns die Kunsthalle vorgenommen, 10 Minuten um die Ecke, mit einer aktuellen Fotografieausstellung. Jetzt ein stilvolles Café wäre gut und wir suchen uns ein angesagtes Solches, inmitten einer wasserreichen und grünen, blühenden Insel. Den Felsendom sehen wir leider nur von außen, schade - heute geschlossen. Weiter geht´s zu Fuß und wir bewundern historische und sehr moderne, vielfältige Architektur. Die bekannte Markthalle am Hafen wollen wir auch noch erleben, auch um etwas eingelegten Fisch zu kaufen. Von da aus ist es zum Glück nicht sehr weit bis zur großen Kathedrale, mit ihrer sehr schön klingenden Orgel. Wir erleben gerade ein paar Übungsminuten des Kantors und freuen uns sehr darüber. Am späten Nachmittag sind wir ganz schön pflastermüde und nehmen den Bus zurück in Richtung unseres "zu Hauses". Gleich nutzen wir noch den Platz im Fernseh- und Spielzimmer mit seinem guten WLAN um die heutigen Bilder zu laden und etwas zu schreiben. Die Fähre morgen Vormittag nach Tallinn ist auch schon gebucht.

13. - 16.07.2021

Wir haben gleich gemerkt wie herzlich wir auf dem Campingplatz in Saloranta aufgenommen wurden, schon weil man TO einen extra Flyer zur Begrüßung drucken ließ. Am Dienstagmorgen fiel leider unser Stromregler für die Kühlbox aus und stellt uns bei der Hitze vor ein ziemliches Problem. Glücklicherweise wird Gesine in der Küche von einer Frau, die deutsch spricht, angesprochen und beim netten Gespräch verspricht sie uns Hilfe bei unserem Geräteproblem durch ihren Mann. Er telefoniert mit einer kleinen Werkstatt am Stadtrand von Turku und der flotte Elektroniker verkauft uns ein neues Gerät inklusive Steckeranpassung. Das war doch eine wunderbare Fügung.
Wir wollen uns Naantali ansehen, eine Sommerfrische vor Turku. Eine alte Kirche über dem Hügel, umgeben von mehreren Straßenzügen alter, gepflegter Badeorthäuser prägen den beliebten Urlaubsort vor der alten Hauptstadt Turku. Wir wollen noch ein Stück Küstenstraße fahren in Richtung Hanko, dem südlichsten Zipfel Finnlands und fahren auf die kleine Insel Skaldö, wiedermal mit einer Kabelfähre.
Nach der Nacht am erfrischenden Waldplatz fahren wir an die Halbinselspitze nach Hanko. Auch dieser Ort ist durch den Sommertourismus geprägt und ein Aussichtsturm bei der Kirche beschert uns einen tollen Blick über die Ostsee ringsrum. In der nach dem Krieg schön schlicht wieder aufgebauten evangelischen Kirche finden wir gleich zwei Votivschiffe vor den Fenstern hängend. Sie werden in einem Aushang auch mal in deutscher Sprache berschrieben. Votivschiffe in den evangelischen Kirchen rund um die Ostsee sind ein ganz markantes Merkmal in den Kirchenräumen. Das fällt sicher auch auf unseren Fotros auf. Wir wollten bloss noch einmal darauf eingehen, es gibt immer wieder ganz tolle Exemplare dieser besonderen Ausstattung.
In Hanko erfrischen wir uns bei einem Bad im klaren Wasser am Stadtstrand. Hier steht auch ein Denkmal für die vielen Finnlandaussiedler, die im 19. Jahrhundert nach Amerika weggingen, hier sehr schön durch startende Kraniche versinnbildlicht.
Wir verabschieden uns von diesem beschaulichen Ort, der trotz Hochsaison nicht sehr überfüllt scheint.
Wir fahren ein weiteres Stück in Richtung Loviisa und finden zum erstmal keinen Platz auf dem Ortscamping. Die Sommerschwüle lässt uns nicht mehr weiter suchen und wir stellen uns wild 100 Meter weiter ans Wasser, welches uns etwas Frische bringt. Am Morgen packen wir und  fahren ungefrühstückt, mit einem kurzen Halt in Loviisa, in Richtung Hamina. Die Stadt wird unser östlichstes Finnlandziel vor der Grenze zu Russland sein. Wir lesen schon ständig Hinweisschilder wo und wieweit St. Petersburg liegt, leider können wir die von uns gewünschte Rundung unserer Tour an der Ostküste entlang nicht passieren, der Coronalage geschuldet. Die Kleinstadt Hamina empfängt uns mit einer prunkvollen Ausstellung einer Modedesignerin in einem der prächtigen, alten Häuser am Zirkus, eines im Kreis gebauten Ortes.
Wir wünschen uns ein Frühstück und fallen förmlich in ein nettes Café, wo wir guten Kaffee und frisch belegte, knusprige Brötchen frühstücken. Gleichzeitig können wir den leeren Akku der Kamera für eine Stunde aufladen, während wir schon mal einen Rundgang durch 3 der Kirchen am Rondell machen. Zufällig entdecken wir ein wunderbares Anwesen der Familie eines ehemaligen Arztes mit einem liebevoll gepflegten Garten und einer schönen, kleinen Kunstausstellung. Wir beenden den Nachmittag und fahren auf der Autobahn ein Stück zurück. Wir haben uns einen schönen SF-C Campingplatz ausgesucht und schlängeln uns auf eine Insel vor Porvoo, dort sind wir wiedermal herzlich willkommen und stehen auf dem steilen, glatten Schärenfelsen vom roten Granit. Auch hier können wir nochmal vorhandene SUP-Boards nutzen und drehen eine Runde über 2 Buchten. Heute Morgen starten wir ins unweite Porvoo und können am Hofladenstand an der Straße frische Himbeeren kaufen. Die Domstadt Porvoo überrascht uns mit der trutzigen Kirche und Glockenturm und einer wunderbaren, sich an einen Flusshang schmiegenden, lebhaften Stadt. Wir freuen uns über schönes Essen in einem Café am neuen Markt, welches wir ohne den freundlichen Tipp einer Frau in einem Kunstgewerbeladen niemals entdeckt hätten. Porvoo ist auch hauptsächlich schwedischsprachig. Unsere Runde schließt sich wieder am Dom, der leider wegen einer Hochzeit geschlossen ist. Vor dem Rathaus beobachten wir zwei freche Dohlen, kluge Vögel die wir hier in Skandinavien immer wieder sehen, ein bisschen so, wie die Tauben bei uns, nur weniger. Es ist Nachmittag und wir wollen schon mal in Helsinki sein und checken im stadtnahen Rastila Camping ein. Auch um WLAN und Muße zu haben Reisetagebuch zu schreiben und zu baden. Es sind immer noch 30 Grad, die Finnen stöhnen, so warm hatten sie es schon sehr lange nicht mehr.

10.-12.07.2021

Wir sind froh über die Übernachtung in der Hütte am Wasser bei Henry, denn wir werden in der Nacht von einem starken Gewitter geweckt. Das verzieht sich bald und im Sonnenschein fahren wir nach Eckerö im Nordwesten zu einem alten Posthaus mit einer wunderbaren Textilkunstausstellung. An diesem Platz kommt die Geschichte sehr sehenswert hervor, auch durch den denkwürdigen Ort zur alten Postwegrute. Hier sieht man besonders schön den roten Rapakivi Granitstein. Außerdem blühen nach dem Regen sehr feurig die Moose und wir sehen Blutweiderich und Wasserporst. Der Rückweg über die Hauptinsel führt an einigen Kirchen vorbei, die wir besuchen, unter anderem in Eckerö und Finström. Die markanteste Ausstattung aller Kirchen an der Ostseeküste sind die vielfältig gestalteten Votivschiffe. Frühmittelalterliche Kirchen mit ihren Innenausstattungen sind sehr selten, denn Städte und Dörfer sind im 19. Jh. größtenteils durch Brände vernichtet worden. Deswegen findet man kaum mittelalterliche Gebäude und immer wieder neugotische Kirchenbauten. Abends finden wir einen Stellplatz weit oben, über 100m über Null, mit traumhaftem Blick auf die blitzende Ostsee in der Ferne. Gleich neben dem Auto gibt es ein bemerkenswertes Geröllfeld, die Landhebung lässt grüßen. Morgens entschließen wir uns zur Fähre nach Kökar und Galtby zu fahren. An einer der vielen Brücken die wir auf Åland überqueren entdecken wir ein altes Schiffswrack aus dem Wasser heraus ragen. In Långnäs nimmt uns die Fähre mit und wir genießen die Überfahrt auf Deck und bei schönem Essen im Salon. Das 100jährige Ålandjubiläum fällt uns durch das leicht gestaltete Logo ins Auge. Die kleine Insel Kökar ist Zwischenhalt und wir nutzen die 3stündige Pause mit dem Besuch des alten Klosterortes mit seiner Kirche, genießen die schönen Ausblicke, finden eine Felsritzung der alten Seefahrer. Nach einem Abschieds Åland Pankaka wandern wir nochmal in die Schärennatur mit u.a. einem Eschen- und Vogelbeerbaumwald. Wir warten nochmal an der Fähre nach Galtby und gleiten in den Abend zurück auf den Schärenring. Wir wollen heute noch Turku besichtigen und sind bald in der zentralgelegenen Markthalle mit seinen über 50 Händlern, den vielen lokalen Produkten. Die Infohalle der Touristenunformation finden wir sehr flippig in einem Einkaufszentrum. Das Stadtzentrum wird gerade mit vielen Baustellen saniert. Da entsteht auch ein neues Busterminal in toller Holzarchitektur. Die alte Hauptstadt ist sehr lebendig mit Cafés und Läden, dem trutzigen alten Dom inmitten eines schönen Parks. Am Wasser entlang schöne Häuser, die alte Apotheke und wir brauchen einen guten Espresso unter den alten Linden an der Orthodoxen Kirche. Ein Blick hinein lässt uns über die schöne Himmelskuppel staunen. Gegenüber gibt es nochmal Blicke über die neu entstehende Busstation durch den Bauzaun. Wir parken noch einmal um zum alten Hafen mit seinem maritimem Flair, den alten Seglern und der Burg.  Gegen Abend wollen wir wiedermal einen Campingplatz finden, fahren auf eine Schäreninsel vor Naantali. Ein kleiner, familiärer Platz empfängt uns sehr freundlich und wir können sogar mit den SUP-Boards eine Tour über das windstille Wasser machen. Wunderbar!

05. - 09.07.2021

Wir sind in Kokkola, eine kleine Küstenstadt mit hübschen kleinen Altstadthäusern und einem Café. Außerfdem gibt es hier einen kleinen Fotoladen, wo zwei freundliche Frauen mir eine neue Kamera verkaufen. Leider ist, wie schon gesagt, mein Objektiv defekt und erstmal nicht reparabel. Vor der Stadt folgen wir einem freundlichen Tipp einer deutsch sprechenden Frau in der Touristinfo und gehen lecker Fisch essen an einem zauberhaften Ort.
Weiter gefahren nach Jakobstad, halten wir kurz an einer grüßenden Windmühle, die auf die schwedische Bevölkerung der Region noch einmal aufmerksam macht. Das hängt mit dem schon seit hunderten von Jahren hier nördlich verlaufendem Postweg nach Schweden zusammen. Nach der Nacht auf einem stillen Platz, auch wieder am Wasser, finden wir in Jakobstad am Ende von zwei dutzend alten Holzhäusern ein kleines verstecktes Café mit super leckeren, schwedischen Kardamomschnecken auf unserem Teller. Den Rückweg zum Auto säumt eine Handwerksstube, wo ich mich, bei 25 Grad im Schatten, für warme Winterhandschuhe entscheide. Nykarleby mit seiner markanten Kirche am Fluss lassen wir hinter uns und sind bald in Vaasa, eine der Großstädte hier an der finnischen Ostseeküste. In der abstrakten Großstadt versuchen wir auch ein paar schöne Ecken kennenzulernen. Ja, es gibt eine schön restaurierte Markthalle mit noch offenen Geschäften, was am späten Nachmittag auch schon etwas Besonderes ist. Am Hafen überlegen wir, am nächsten Tag eine kleine Fahrt durch die vorgelagerten Schäreninseln zu unternehmen, und suchen uns einen gepriesenen kleinen Stellplatz; finden ihn auch unterhalb eines Aussichtsturmortes.
Der Morgen grüßt mit der Fahrt über eine der großen Brücken und einem Fischverkauf. Wir entschließen uns doch nicht Boot zu fahren, sondern fahren viele Kilometer nach Pori über Kristinestad mit ihrer schiefen, sehr alten Holzkirche. Übrigens sind die braunen Schilder "Rantantie Strandvägen" an der Küste allgegenwärtig, führen über schöne, kleine Küstenstraßen. Das hat eine Weile gedauert, bis wir dahinter gekommen sind. Pori ist dann mal ziemlich hässlich, es gibt einen Kern mit Häusern aus dem 19.Jahrhundert in Neorenaissance, Neogotikkirche und einem dann doch versöhnlichem Blick über den Fluss von einer alten Baumwollspinnerei, jetzt Kultur und Einkaufszentrum. Am Spätnachmittag sind wir auch bald in Rauma, die Stadt mit ihrem historischem, gepflegtem Holzhäuserzentrum und der alten Klosterkirche ist schon sehr still. Es gibt aber noch ein süßes, finnisches Eis und wir wollen noch einen Platz für die Nacht finden. Unsere park4night App lobt einen kleinen Campingplatz, wieder auf einer der unzähligen Schärenzungen. Da ist noch ein wirklich toller Platz am Wasser und wir werden sehr freundlich empfangen. Am Morgen entdecken wir den Blick zur unweiten größeren Schärenbrücke, das Tor zur Schärenringstraße vor Turku. Dann sind wir doch schon sehr nah an Åland und Turku. Hier ergibt sich auch noch ein sehr nettes Gespräch mit unseren älteren,deutschen Wohnmobilnachbarn. Wir fahren los und fahren dann doch nach links zum Schärenring und nicht nach Naantali zur Finnlinesfähre. Wir sind wiedermal spontan und nehmen schon bald die erste gelbe Kabelfähre und bald eine der ersten  größeren Autofähren. Jetzt verlassen wir laut Schild das "richtige Finnland", werden auch hier sehr freundlich mit einem Fahrplan für die Fähren in diesem Sommer von einer jungen Frau begrüßt. Hier am Hafen gibt es frische Pizza und guten Espresso, selten in Skandinavien. Wir landen in Brändö, sehen die Kirche und fahren mit Fähre weiter zur Insel Kumlinge. Es ist schon abends und wir stehen gut, mit Strom am ruhigen Hafen. Åland grüßt übrigens spätestens hier mit seinem rötlichen Straßenbelag, das markante Gestein auf Åland - ein roter, brüchiger Granit. Im kleinen Hafenrestaurant gibt es ein feierliches Frühstück und die 9 Uhr Fähre bringt uns auf die Hauptinsel. Hier besuchen wir zuerst die Kirche von Vardö. Eine Attraktion Ålands ist die Burg Kastelholm und liegt auch auf unserem Weg nach Mariehamn. Neben der Burganlage gibt es ein tolles Freilichtmuseum, liebevoll gehegt und die Besucher werden freundlich geführt, besonders die Kinder mit einbezogen. Nach einer viertel Stunde sind wir auch schon in der Insaelhauptstadt, Fährhafen und Bootshafen und Einkaufsstraße. Die Kleinstadt ist gut besucht und wir staunen über den Museumsviermaster "Pommern", der hier schon ewig zwischen all den modernen Großfähren und Seglern am Hafen prangt. Das schwüle Sommerwetter schiebt uns aus dem Ort und wir fahren auf eine der kleinen Inseln vor der Stadt, Granö. Wunderbarerweise wohnen wir hier bei einem alten Bekannten von TO. In der Vogelbucht hat er vor einigen Jahren eines seiner Buchobjekte geschöpft. Henry freut sich uns zu treffen.

30.06. -  04.07.2021

Der Morgen auf dem riesigen, sehr leeren Campingplatz in Boden begann sonnig und mit einem Erdbeerquarkfrühstück. Wir freuten uns auf Luleå, mit seiner sehenswerten Kirchenstadt. Da kamen wir auch bald an und begannen unseren Bummel durch die Holzhäuserstadt mit dem Besuch der Kirche, in der der wohl bedeutendste Altar Nordschwedens zu sehen ist. Die Kirchenstadthäuser sind gut im Schuss, werden auch bewohnt, jedoch dürfen sie nicht als Dauerwohnsitz genutzt werden, laut einer uralten Regel. Eines der Häuser war offen und es wurde ein Blick auf die alte Ausstattung gewährt. Unweit der Unesco Kulturerbe Kirchenstadt steht auch ein umfangreiches Freilichtmuseum am alten Hafen. Durch die Landhebung ist das Wasser inzwischen sehr weit weg und die Landschaft ist mit im Sommer blühenden Wiesen bedeckt. Die Rundscheune ist eines der sehr markanten schwedischen Gebäude hier im Norden. Die Stadt Luleå, ist auch Hafenstadt, mit den großen Eisbrechern, die aber bis zum ewigen Eis auf ihren Einsatz warten müssen. Abends sind wir wieder mal auf einem Zeltplatz auf einer Landzunge mit riesiger, stiller, flacher Bucht. Morgens, der Weg weiter auf der Küstenstraße, führt über Brücken zwischen den Inseln und häufig sind die Straßen auch sehr kaputt. Wir freuen uns über die blühenden Straßenränder und finden auch wieder die Orchidee des Tages. Dir Kirche von Kalix steht offensichtlich an einem Straßenkreisel und wir halten kurz, bevor es weiter nach Haparanda geht. Dort begrüßt uns gleich die bemerkenswerte, moderne Kirche, die auch offen für uns ist. Wir fahren zum Ufer des Tornioflusses und suchen uns einen Platz am Ufer um etwas zu essen. Wir entschließen uns auf die vorgelagerte Insel Seskarö zum Campingplatz zu fahren, bevor wir am nächsten Tag die Grenze über den Fluss nehmen.
Am nächsten Tag fahren wir, durch die immer wieder vom vielen Wasser durchbrochenen Uferlandschaften, durch eine große Autobahnbaustelle zur Grenze in Haparanda. Wir hoffen diesmal nach Finnland einreisen zu können, werden auch vom Grenzbeamten, der noch nicht richtig informiert schien, verunsichert. Doch dann dürfen wir problemlos weiter fahren. Unser digitaler Impfpass hat uns anscheinend doch ganz gut geholfen. Wir freuen uns in Finnland sein zu können und schauen uns Tornio, mit seiner zweitältesten Holzkirche Finnlands, an. In der modernen Innenstadt steht zwischen all dem Neuen, die hölzerne Orthodoxe Kirche, leider verschlossen. Zufällig sehen wir schon von weitem glitzernd und blinkend eine große Lachsskulptur am Fluss. Wir freuen uns über diese und eine weitere, sehr neue (2021) tolle Kunst am Fluss.Nun schlängeln wir uns weiter an der Küste entlang. Es ist sehr sommerlich warm geworden und wir suchen uns einen Badeplatz. Nach einer Schlängeltour finden wir, was wir suchen, warmes Ostseewasser und eine große, auch in deutsch geschrieben Tafel mit Informationen zur geologischen Landhebung. Wir entschließen uns noch eine größere Distanz bis Oulu zu fahren und müssen am Abend doch sehr nach einem Stellplatz suchen, fahren dann auf eine Küstenzunge zurück und bekommen einen Dauercamperplatz. An diesem Abend plagen uns in der schwülfeuchten Luft wiedermal sehr die Mücken. Am Sonnabend fahren wir nach Oulu und sind froh über den belebten Markt und seine historische Markthalle, wo wir frische Erdbeeren und Fisch und Rentierschinken kaufen. Wir schlendern durchs Hafenzentrum, die alten Speicherhäuser laden zum Kunsthandswerksladenbummel ein. Die Stadt am Wasser mit seinen vielen Skulpturen unter anderem zur handwerklichen Stadtgeschichte und seinen akzentuell gepflanzenten Blutbirken gefällt uns. Wir haben vom Museum of Art gehört, wollen trotz des schönen Sommertages Kunst ansehen. Dieser Entschluss war gut. In der tollen Kunsthalle sehen wir eine spannende Ausstellung, "Naturals - in the same Nature". Die kühlen Räume, ein nettes Museumscafé mit gutem Espresso und auch ein spannendes Kabinett mit museumspädagogischen, witzigen Einfällen begeistern uns. Der Tag neigt sich und wir finden abrundend einen schönen Stellplatz an einem kleinen Hafen weiter südlich. Mit einem stillgelegten alten Fährschiff, da gibt´s noch einen Kaffee und ein Lakritzeis für uns. Morgens fahren wir weiter nach Kalajoki, nach kurzem Besuch von Raahe. Hier sind wir auf einem riesigen Strand, weißer Sand Campingplatz. Leider habe ich ein Problem mit meinem Kameraobjektiv. Wir sehen weiter, es ist immer noch fast hochsommerlich.

27. - 29.06.2021

Am Sonntag war es nötig einmal etwas Wäsche auf dem Campingplatz zu waschen und während die Sachen im warmen Sommerwind trockneten, fuhren wir noch einmal ein Stück ins Land hinein zu einem der beliebten Sommercafés. Idyllisch, in einer Scheune an einem See gab es leckere Kardamomschnecken und dünnen, schwedischen Milchkaffee. Auf dem Rückweg machten wir noch in Bureå Halt. In dem Ort befindet sich auch unser Campingplatz vom Wochenende. Bei einem kleinen Freilichtmuseum entdecken wir eine, der hier an der Küste zu findenden, alten Fischerkirchen und an der Seitenwand des kleinen Veranstaltungspavillions stand der trockene Mittsommerbaum aus einer coronafreien Zeit.
Am nächsten Tag besuchten wir die nächste größere Stadt an der Küste, Skellefteå. Im Stadtteil Nordanå direkt am Wasser gelegen befindet sich der romantische und sehr gepflegte alte Ortkern, mit einer sehenswerten, noch bewohnten Holzhäuserstadt. Nach einem Bummel durch die modernere Innenstadt, fahren wir weiter in Richtung Piteä. Direkt an der Straße vorher besuchen wir in Järve einen kleinen Leuchtturm und genießen den Blick über die Bucht. Die kleine Stadt Piteä gibt sich schon montäglich verschlossen, wir dürfen noch kurz einen Blick in die alte Holzkirche werfen. Eines der wenigen, nach einem verheerenden Stadtbrand übrig gebliebenen, alten Gebäude. Wir suchen uns einen Ort für die Nacht und erkunden den ruhigen Hafen von Renöhamn. Es ist sehr still und wir genießen den Abend und die Mittsommernacht.
Am Dienstag entschließen wir uns spontan noch einmal knapp 100 Kilometer am Fluss Piteälven aufwärts zu fahren. Wir haben von einem Wasserfall Naturschauspiel gelesen. Es sind die größten Stromschnellen Nordeuropas, bei Storforsen. Es ist sehr beeindruckend mit welcher ungebremsten Kraft der Fluss an dieser Stelle ungefähr 80 Meter in die Tiefe schießt. Schön, dass wir heute Nachmittag von der Küste abgewichen sind.

23. - 26.06.2021

Am Mittwoch freuen wir uns auf Sundsvall, eine Stadt an der Küste, die von manchem in einem Atemzug mit Stockholm genannt wird. Der alte Holzhausstadtkern brannte 1888 ab und der Ort wurde bald aufwendig wieder aufgebaut. Eine große, neugotische KIrche bestimmt unter anderem das Stadtbild. Darinnen findet der Besucher ein verrückt modernes Altarbild und eine schlichte Skulpturengruppe im Altarraum, die uns sehr gut gefiel.
Die Stadt zeigte sich sehr lebendig und ist natürlich nicht so groß wie die Hauptstadt. Wir finden auch ein sehr nettes Café, welches auch noch geöffnet ist, denn Supermarktbrot ist natürlich immer zweite Wahl. Die Geschäfte, Cafés und Restaurants haben zur Zeit eher nur bis 16 Uhr geöffnet.
Wir fahren weiter, halten kurz in Härnösand mit seiner barocken Domkirche. Weiter auf der E4 überqueren wir eine große Hängebrücke, das Tor zu Höga Kusten, einem Kultur- und Landschaftsgebiet. Wir suchen uns einen Stellplatz am Wasser und stehen romantisch in Näske bei einer Fischzucht, wo es auch sehr leckeren Lachs zu kaufen gibt.
Am nächsten Tag wandern wir fröhlich in den Skuleskogen Nationalpark. Durch die zerklüftete, felsige Küste, dazwischen mit moorigen Sumpflandschaften steigen wir zur bekannten Slåttdalskrevan, einer gigantischen Felsspalte und zum höher liegenden Berg auf. Die abenteuerliche Kraxeltour belohnt uns mit einem Blick über die weite Ostseeküste, 300 Meter hoch oben. Die Landschaft erinnert uns an Astrid Lindgrens "Ronja Räubertochter" und tatsächlich lesen wir, dass einige der Filmszenen hier gedreht wurden. Man ahnt die Trolle und Gnome.
Wir entdecken auch wieder Orchideen und die seltene Moltebeere. Ein frühzeitliches Hügelgrab liegt völlig bemoost und verwurzelt im Wald. Der Weg hinab zum Ufer führt auch an einem Geröllfeld vorbei, welches die frühzeitliche Ostseeküste ist. Es geht sehr steil und steinig hinab zum Ufer. Wir entschließen uns einen zweiten Tag in Näske zu bleiben, um noch eine  abgeschliffene Küste zu besuchen, die aus Diabasgestein besteht. Dort gibt es ein Bad in der 12 Grad kalten Ostsee. Wir bewundern Bergbaldrian und nochmal einen Gletscherzufluss mit beeindruckendem Geröllfeld. Rotsidan wird heute als Badeort und an diesem Nachnittag von Mittsommer als Picknickplatz vieler Bewohner genutzt. Wir hoffen immer noch eine Mittsommerfeier erleben zu können und entschließen uns über Örnsköldsvik in die nächste größere Stadt Umeå zu fahren. Am Freilichtmuseum hoffen wir feiernde Menschen zu treffen, aber nichts ist los. Wir sind ein bisschen enttäuscht und suchen uns bei Täfteå am Wasser bei einer Fischgaststätte und einer Marina einen Stellplatz. Am Sonnabend schauen wir uns noch Umeå an. Da ist es sehr still. Das Wochenende ist ein wichtiger Feiertag in Schweden, die Coronapandemie lässt hier alles etwas einschlafen. Die moderne Großstadt zeigt sich geschlossen und erst am Nachmittag bummeln einige Menschen auf der Suche nach einem Eis, oder einem Kaffee durch die leere Innenstadt. Bemerkenswert finden wir den Busbahnhof mit seiner abgefahrenen Vollholzkonstruktion. Wir wollen gerne noch etwas erleben und fahren weiter. In Lövånger entdecken wir eine der am besten erhaltenen Kirchenstädte, dort gibt es auch eine Tasse Kaffee und was Süßes. Wir fahren noch einmal holprige, kurvige Straße zu einem Leuchtturm bei Bjuröklubb. Dort hat sich das Land erst vor 400 Jahren aus dem Meer gehoben, die Küstenlinie hat sich stark verlagert, gut zu sehen an einem der Geröllfelder am Rande des Weges. Von der Höhe mit seinem wunderbaren Blick über die Küste, mit dem silber blitzendem Wasser freuen wir uns am doch noch erlebnisreichen Tag. Gegen Abend wollen wir wieder mal auf einem Campingplatz sein. Die Taschenlampe in unserer Ausrüstung ist wohl für lange Zeit unserer Reise nicht von Nöten. Es wird gar nicht mehr richtig dunkel (z.B. Sonnenuntergang 23.22 Uhr und Sonennaufgang 1.54 Uhr). Zwischendrin - Dämmerlicht

21. - 22.06.2021

Nach der kühlen Nebelnacht mit einigen Trommeltropfen aufs Autodach grüßt uns bald die wärmende Morgensonne und es zieht uns, wie die Nachbarsfamilie mit ihren Kindern, an den Strand. Wir entschließen uns zu baden. Diese Erfrischung können wir brauchen und wir fahren in Richtung Gävle, eine der nächsten Großstädte an der Küste. Wir haben von einer Altstadt gelesen, die wir inmitten moderner Strukturen finden, völlig menschenleer. Diese Holzhäuserorte sind meistens nur hübsche Wohngebiete für die, die sich diese historischen Häuschen leisten. Es fehlen geöffnete Läden und Cafés, was sicher auch an der Coronalage hängt. Wir suchen uns noch etwas Obst in der Einkaufsmeile, ärgern uns bei der Rückkehr zum Auto über einen böse teuren Strafzettel. Das kommt von unserer Unkenntnis der elektronischen Parkgebühreintreiber.
Wir fahren weiter an der Küste entlang auf der Suche nach nettem Halt für die Nacht. Wir finden auf einer Landzunge den Ort Långvind. Der kleine Hafen bietet noch Platz für uns, bei einigen anderen Womos von Landsleuten. Wir werden nett begrüßt, ein Mann hat auch am Ufergrillplatz etwas Feuer gemacht und wir sind eingeladen unser Brot zu rösten. Gravedlachs gibt´s auch dazu, was will man mehr in der stillen Abendsonne. Wir haben Lust den Ort noch zu erkunden, treffen auf einen Kultur- und Naturpfad, der uns einen historischen, mittelalterlichen Industrieort kennenlernen lässt. Neben einem stillgelegten Dampfsägewerk schlängeln wir uns durch eine von der Natur zurück geholte Eisenerzhütte aus dem 17. Jh.. Die mystisch blau schillernden Ziegelsteine, gepresst aus Verhüttungsresten, blitzen zwischen den Sträuchern und unterm dem Moos hervor. Wir werden sehr von den vielen Mücken getrieben und sitzen noch eine Weile am nicht mehr dunkelwerdenden Firmament.
Die Nacht schiebt wieder ein Gewitter über die Küste und wir möhlen unsere Sachen zurecht und fahren am Morgen gleich mal weiter in Richtung Sundsvall. In der kleinen Stadt Hudiksvall gibt es in einem netten Café Frühstück. Wir biegen zurück auf die E4 und halten gleich spontan noch einmal an, an einer markant, in der Landschaft auffälligen Kirche, mit ihrem landestypischen, schindelgedecktem Glockenturm. Eine zauberhaft abstrakte Madonna scheint zu summen, denn wir hören gerade der Übungsstunde der Kantorin etwas zu.
Sundsvall liegt eingeschlossen in einem Küstental. Wir suchen nach dem Freilichtmuseum. Nun regnet es auch nicht mehr und wir bewegen uns etwas durch die liebevoll gestaltete Anlage, mit ihren historischen Häusern, einer Mühle, einem kleinen Bauernhof, ein zauberhaftes Museum und vielen, netten keinen Aktionen für Kinder.

19. - 20.06.2021

Die Überfahrt nach Åland am Freitag verlängerte sich um eine wunderbare sofortige Rückkahr nach Kapellskär. Wir durften leider noch nicht als Touristen nach Finnland einreisen. Wir hatten natürlich gepokert, nach unserer Information wäre es möglich gewesen. Der Polizist schien aber unsicher und wir schifften uns auf der gleichen Fähre zurück ein und fuhren die 2,5 Stunden zurück. Dann besuchen wir Åland eben von der finnischen Seite, der Schärenringstraße nach Westen aus. Wie es aussieht ist es ab Montag, den 21,6, wirklich möglich.
Weiter ging es auf Schlafplatz Suche an der Küste in Richtung Norden mit einem schönen Parkplatz am See Erken.
Am Sonnabend grüßte uns auch wieder die Sonne und wir fuhren auf eine Halbinsel zum Fährhafen Grisslehamn, mit Fischgeschäft und kleinem süßen Atelier am alten Hafen zwischen brüchigen Schuppen. Weiter am Wasser entlang begrüßt uns das verschlafene Städtchen Östhammar. Dort finden wir an einer Anschlagtafel voller Zettel ein kleines Plakat mit dem Hinweis auf die gerade eröffnete Textilkunst Ausstellung im Nachbarort. In einem alten Hafenspeicher finden wir tolle Quiltkunstbilder von neun Künstlerinnen und Künstlern, die auch teilweise selbst noch ihre Ausstellung begleiten, bzw. den Tag dort verbracht haben. Besonders hier auch die Libellenschwanzvorlage und ihre Umsetzung zu einem Stoffbild. Nach den großen Kunsttempeln in Kopenhagen und Stockholm war das sehr erfrischend und konnte unbedingt mithalten.
Dann setzten wir auf die Insel Gräsö über. Viele der Inseln werden durch die gelben, staatlich unterhaltenen Fähren verbunden. Wir fuhren nördlich an der Küste entlang, die Straßen werden immer enger und wir haben uns einen kleinen Uferparkplatz für die Nacht gesucht. Wieder wunderbar auf den Felsen einen Tee getrunken und was gegessen. Der nächste Tag lässt uns noch eine Orchidee am Wegesrand entdecken und wir verabschieden uns nach Öregrund, eine zauberhafte Hafenstadt mit seinen gut erhaltenen und gepflegten Holzhäusern, kleinen Gärten, einer Bäckerei zur Energieaufnahme, nette Kunsthandwerksläden. Auf dem Weg in Richtung Gävle fahren wir doch noch einmal ein paar Kilometer zurück zu einem versteckten schwedischen Sommermarkt, mit Loppis und harter Wurst, Vogelbeergelee und Stricksocken, mit viel Liebe angeboten. Gegen Abend haben wir noch einen Wanderweg im Fågelsundet Naturreservat erkundet. Dort entdecken wir die Ostseeküste noch einmal anders. Wunderbare Felsstrukturen von den Gletschern vor Millionen Jahren glatt geschliffen, mit malerischen Bändern und den Salzlachen und in der Abendsonne spiegelnden Pfützen. Wir entdecken die seltenen Pflanzen dieser Uferlandschaft und am Ende der Wanderung zieht ein kalter Seenebel über die Bucht, der uns auch am Campingplatz noch durchkühlt.

16. - 18.06.2021

Der zweite Tag in Stockholm beginnt mit ein, zwei Arbeitsstunden am Laptop. In der WiFi Nähe müssen wir die gute online-Verbindung immer mal nutzen. Dann geht´s sofort mit dem nahen Innenstadtbus und der S-Bahn in Richtung Innenstadt. Wir sind ja so begeistert von der modernen zahlweise mit einer Chipkarte und den Möglichkeiten im Bus auch mal schnell das Handy zu laden. Mit ein/zwei Mal umsteigen sind wir am Hötorget Markt und Markthalle. Das wollten wir gerne sehen. Auf unserem Zettel steht auch ein Bummel durch den Stadtteil Södermalm, mit seinen Geschäften und Galerien, Cafés aber auch immer wieder schönen Blicken aufs Wasser und die naheliegende Altstadt. Ein süßes Gebäckstück und ein leckeres Brot kauft man hier auch sehr gut und wir wechseln auch eher zufällig zu kleinen einsamen Holzhäuservierteln mitten in der modernen Stadtlandschaft. Das füllt uns ziemlich den schönen Sommertag aus und wir sind pflastermüde und bewundern aber Innenstadtverkehr und abendliche Wolkenlichtspiele. Wir buchen am Firstcamp kurzentschlossen noch einen Stockholmtag dazu, weil wir uns einen Bootsausflug durch die Scharen vor der STadt gewünscht haben und die Sommersonne uns immer noch verwöhnt.
Wir haben uns eine Nahverkehrsfähre nach Vaxholm ausgesucht, sind bei weitem nicht die Einzigen die sich das an diesem Tag vorgenommen haben. Zum Glück sitzen, bzw. stehen wir oben auf dem Schiff und freuen uns links und rechts an den typischen Holzhäusern, kleinen Schlösschen, Industrie und Wohnsiedlungsbebaung. Die Insel Vaxholm mit seiner vorgelagerten Festung nimmt sofort alle Touristen in alle Richtungen auf und wir bummeln durch den hübschen Ort mit seinen wilden Gärten. Ein Café mit seinem einladenden Leckereienbuffet zieht TO magisch an und es gibt lecker Prinzessinnentörtchen. Am Ufer piepen aufgeregt zwei Möwenküken. Immer wider riecht man die frische Ostseebriese. Durchbrochen vom Bratwurst und Pommesdunst.
Am späten Nachmittag fahren wir zurück und spazieren noch zum Museum für Moderne Kunst. Für eine reichliche Stunde entdecken wir in der Sammlung tolle Arbeiten, wieder interessant zusammen gestellt. Da hängt der Picasso neben einer Rauschenberg Installation. Uns fasziniert die räumliche Gestaltung mit seinen vielen Durchblicken nach draußen zum Wasser. Wir schlendern zurück zur Innenstadtfähre die uns zum Bus bringt. Ein toller Tag!

Am Freitag haben wir uns die Überfahrt nach Mariehamn auf den Àlandinseln gebucht. Wir fahren zum Hafen nach Kapellskär und fruen uns an der Fährfahrt durch die Schären vor STockholm.

13. - 15.06.21

Wir schlängeln uns weiter an der zunehmend durch Schären zergliederten Küste. Die Landschaft ist jetzt durch die fast ausschließlich roten Holzhäuser geprägt. Der Fingerhut blüht und die Rosen fangen überall an aufzubrechen. Wir besuchen einige Orte z.B. Västervik, campen in Tyrislöt im Schärengarten, sehen Söderköping mit alter Kirche und eindrucksvollem hölzernen Glockenturm. Durch Zufall entdecken wir das Schloss von Nynäs, mit zauberhaft blühendem Garten. Auf abendlichen Schlängelstrassen pausieren wir in Torsa und Stegeborg. Eine Nacht in der Nähe von Södertälje verbracht, dann lässt uns die Autobahn nach Stockholm rauschen. Wir freuen uns über den auch hier so leeren Campingplatz, stadtnah und in 15 min mit dem Nahverkehrsbus zu erreichen. Nach dem Mittagskaffee am Auto tauchen wir in das sommerliche Stockholm ein und nehmen uns erstmal einen Altstadtbummel vor. Immer wieder gibt es reizvolle Blicke am Ende der mittelalterlichen Gassen. Das Wasser und die vielen Boote und Schiffe sind überall zu sehen und zu riechen. Manchmal spürt man den Teer und eine frische Briese in der Nase. Vorbei am Königsschloss lassen wir uns durch eine der vielen Fähren zum gegenüberliegenden Ufer bringen, bummeln dort an den vielen Cafés und Restaurants, und z.B. dem Vasa-Museum vorbei.

10. - 12.06.2021

Nach dem Großstadterlebnis wollten wir gerne das Louisiana Kunstmuseum für moderne Kunst besuchen. Dort gibt es gerade eine gut besuchte Sonderausstellung zum Thema "Mutter" zu sehen. Eine tolle Zusammenstellung internationaler ausgewählter Kunstwerke zum Thema aus allen Epochen. Es war z. B. eine Käthe Kollwitz Skulptur zu sehen und Grafiken von Otto Dix und Edvard Munch hingen nebeneinander. So was sieht man sehr selten. Außerdem freuten wir uns über die weiträumigen, mit vielen Skulpturen gestalteten Anlagen direkt am Meer.
Am Hafen nebenan kauften wir Fisch und beobachteten eine Schulklasse beim käschern. Völlig entspannt genossen wir die warme Junisonne und badeten in der doch noch frischen Ostsee.
In Helsingør verabschiedeten wir uns von Dänemark und nahmen die Fähre nach Schweden. Wir hatten wieder Lust auf einen Platz an der Küste, den fanden wir in Simrishamn. Am nächsten Tag entschlossen wir uns doch noch nach Öland zu fahren, um die besondere Natur zu erleben. Eine Wanderung in die Trockenlandschaft "Stora Alvar" mit ihren besonderen Pflanzen und Tieren ließ uns auch wieder wildes Knabenkraut finden. Wir fuhren bis zur Südspitze mit ihrem besonderen Licht. Gestern wollten wir gerne noch die Schlossruine Borgholm sehen, daran sind wir schon zweimal vorbei gefahren, imposant und wunderbar über der Ostsee gelegen. Gleich daneben befindet sich das königliche Sommerhaus mit seinem ordentlich gepflegtem, frühsommerlich blühenden Garten. Auch hier war fein ausgewählte Kunst, vor allem mit Glasskulpturen zu sehen.
Am Abend ließen wir uns, nachdem wir Öland verlassen hatten, weiter nördlich bei Mönsterås auf einer Insel nieder.