23. - 26.08.2021

Das Ostseewetter schiebt am Abend eine graue Wolkenschicht in den goldenen Sonnenuntergang. Eine letzte Nacht auf dem schönen Platz am Meer bringt Sonne am Morgen und wir fahren nach Kolberg. Zuerst sehen wir uns den Altstadtkern mit dem alten Luntenturm und der riesigen Backsteinkirche St. Marien an. Das trutzige, neugotische Rathaus ist ein Bau des Architekten C. F. Schinkel, sehr schön restauriert. Wir können zu Fuss in Richtung Küste und Hafen laufen und drängeln uns einmal um den Backsteinleuchtturm herum an einigen schönen Bäderbauten vorbei. Der Hafen ist ein großer Rummelplatz, die vielen polnischen Ostseeurlauber genießen ihre Ferien.
Wir fahren weiter auf der kleinen Küstenstraße vorbei an Niechorze, mit seinem schicken Leuchtturm direkt an der Steilküste. Es geht durch viele, kleine Orte mit der uns vertrauten Landschaft und Architektur der Gebäude, wie an unserer deutschen Ostseeküste. In Swinemünde nehmen wir die Fähre über den einen Arm des Stettiner Haffs, streifen südlich die Stadt und rollen unspektakulär über den kleinen Grenzübergang in Garz auf die Insel Usedom. Es ist schon Abend und wir besuchen spontan Freunde in Mellenthin, dürfen mit unserem Campmobil auf dem ehemaligen Schulhof der liebevoll sanierten, alten Schule übernachten. Wir freuen uns sehr uns so wieder einmal getroffen zu haben, fahren weiter nach Rügen, an Greifswald vorbei. Wir nehmen die letzte Fähre auf unserer Tour in Stahlbrode und schlängeln uns bis zum Mönchgut nach Göhren. Vorher biegen wir noch nach Welzin in die Biokläserei mit ihrem leckeren Käse und Käsekuchen ab. In Göhren dürfen wir auf dem Regenbogencamping zu Gast sein bei Gesines Bruder, der dort auch Urlaub macht. So haben wir noch einen genussvollen Abschluss bei Sonnenschein und Wind und auch mal Regen, an einem wunderbaren, breiten Strand mit Blick in Richtung Sassnitz. Die Kreidefelsen blitzen im Sonnenlicht. Am Mittwoch fahren wir gemeinsam nach Alt Reddevitz und Middelhagen, besichtigen die uns noch unbekannte Kirche neben der alten Dorfschule. Der Donnerstag bringt für uns den Abschied von der Ostseeküste und wir fahren den langsamen Rückweg über die alte Küstenstraße 105 zurück nach Hause. Wir sind sehr dankbar über die gesunde Rückkehr. All die vielen Eindrücke gilt es jetzt erst einmal noch etwas zu verarbeiten. Es war eine wunderbare Reise um unsere geliebte Ostsee.
Heute Abend verfassen wir kein Resümee mehr. Eine Zahl ist interessant: wir fuhren insgesamt 11.186 Kilometer ums Baltische Meer.

20. - 22.08.2021

Am Freitagvormittag packen wir nach leckerem Himbeerquarkfrühstück und fahren wieter in Richtung Westen. Wir haben uns einen Campingplatz am Meer ausgesucht, landen in Rowy. Der vermeintlich stille Ort an der Küste entpuppt sich als Urlaubereldoroado mit vielen Ferienwohnungen, zwei weiteren Campingplätzen und einer gut aufgestellten Sommerurlaubsmaschine.  Wir werden versöhnt mit einem breiten Sandstrand und noch einmal abwechslungsreicher Küstenlandschaft mit Krüppelkiefern und kleinen Windflüchterbuchen an der Steilküste. Die weite, brausende Ostsee hat uns müde gemacht.
Der Sonnabend hat Ustka und Darlowo im Programm und die Sonne scheint zu unserer Freude. Der kleine Hafenort Ustka empfängt uns mit vielen netten Häusern in Bäderarchitektur, einer neugotischen Kirche, der alten Seenotretterstation, dem kleinen, schicken Leuchtturm. Das Öffnen der Drehbrücke an der Mole ist genauso eine Attraktion wie die Hafenrundfahrten mit nachgebauten Seeräuberschiffen. Die sommerlichen Strände sind gut besucht und die salzige, würzige Ostseeluft wird meistens überdunstet vom Potpurri des Urlaubermarktes in allen Straßen. Nach einer halben Stunde Fahrt liegt Darlowo an unserer Küstenstraße, eine Kleinstadt etwas ab vom Urlaubstrubel. Die große Stadtkirche, die alte Burg am Fluss und der gemütliche Stadtkern laden zum kurzen Bummel und einem Kaffee ein. Für den Abend wünschen wir uns einen ruhigen Stellplatz am Meer und unsere APP navigiert uns zu genau solch einem Ort. Wir freuen uns über Entspannung und Ruhe mit direktem Strandzugang am Geheimtipp in Garski. Am Abend und am Sonntagmorgen lädt die Ostsee zum erfrischenden Bad. Wir entschließen uns einen Tag länger zu verweilen und liegen ein paar Stunden in Sonne und Wind am Strand. Am Nachmittag laufen wir noch zum nahegelegenen Leuchtturm. Wir klemmen uns den Aufstieg, denn hier ist auch Sommerwochenendurlaubsbetrieb. Der Abend bringt frischen Wind und brausende Ostsee.

17. - 19.08.2021

Wir fühlen uns wohl auf dem stillen Waldplatz und verabschieden uns am Morgen mit einem frischen Ostseebad. Es geht direkt an der Küste entlang über eine der vielen Huppelstraßen zur Fähre über die Weichselmündung, weiter nach Gdansk. Wir bekommen auf einem der drei Stadtcampingplätze am Stogi Plaza einen Stellplatz, direkt im Wald gelegen, unweit des breiten, weißen Sandstrandes, die Hafenanlagen im Blickwinkel. Am Nachmittag fahren wir ca. eine halbe Stunde mit der Straßenbahn bis ins Stadtzentrum. Unser Stadtrundgang beginnt mit dem anstrengenden Aufstieg zum Marienkirchturmausblick über die mittelalterliche Stadt. Der gotische Altar, das Sanktuarium und die Astronomische Uhr sind besonders sehenswert in der weiträumigen Hallenkirche. Wir laufen uns noch ziemlich pflastermüde in den Abend hinein und sind froh mit der Straßenbahn wieder bis fast vor das Campingplatztor gefahren zu werden. Es ist auch noch Zeit für eine halbe Stunde zum unweiten Strand zu gehen und einmal übers Wasser zu schauen. Am Mittwoch nehmen wir uns nocheinmal Zeit für einen Stadtbummel, freuen uns über die wärmende Sonne bei dem doch recht frischen Wind. Wir gehen zuerst zur innerstädtischen Markthalle um frisches Brot, Wurst und leckere Himbeeren und Quark zu kaufen. Wir lassen uns treiben über die Promenade am Hafen, zur Katharinenkirche, die zu einer Konzertkirche ausgebaut ist und in der weltliche und kirchliche Veranstaltungen stattfinden. Gleich daneben steht auch noch die Nikolaikirche, die im Krieg nicht zerstört wurde und deren wertvolle Rokkokoausstattung erhalten ist. Die lebendige, sehr belebte Stadt hat uns gut gefallen.
Am Donnerstag verlassen wir Gdansk und sind bald in Sopot, gleich nebenan. Das Seebad glänzt durch viele schicke Bäderbauten und wir drehen eine Runde über die Promenade mit ihren unzähligen Bernsteinschmuckständen und vielseitigen Gerüchen. Unser Campmobil fährt, nach einem doppelten Espresso für uns, weiter auf die Halbinsel Hel in die gleichnamige Stadt an der Halbinselspitze. Hier finden wir zum Glück wieder einen netten, nicht ganz so lauten Campingplatz im Wald, einfach aber liebevoll ausgestattet. Wir nehmen uns noch zwei Stunden Zeit und wandern durch den Wald zum Leuchtturm und zur Mole.

13. - 16.08.2021

Am Freitag gehen wir nochmal zu Fuß nach Nida um etwas einzukaufen, vorbei am dicht neben dem Camping gelegenen Künstlerquartier. Hier sehen wir eine Ausstellung zeitgenössischer Videokunst und können durch die moderne Anlage gehen, es gibt Studios und Wohnungen für zeitgenössische Künstler. Zurück gehen wir wieder durch den Wald und an der weißen Düne vorbei. Am Haffufer stehen tolle Spiegelskulpturen. Abends verabschieden wir uns mit einem schönen Spaziergang in die Weiße Düne.
Am Sonnabend ist Fahrtag. Wir umfahren Russland und halten in Kaunas, der schönen, früheren Hauptstadt Litauens. Nach 10 Stunden Fahrt kommen wir auf einem kleinen Stellplatz am Rande der Masuren in Polen an. Der späte Abend lässt unser Auto über die schmalen Huppelstraßen wackeln und wir sind zweimal ziemlich erschrocken über große dunkle Tiere, die unsere Straße unsicher überqueren. Da haben wir nach all der weiten Strecke durch Finnland und Schweden hier am Masurenrnad nun doch noch Elche gesehen. Erst eine Kuh mit ihrem Kitz und nachher noch einmal ein offenbar jugendliches Tier.
Der Weg führt uns wieder an die Küste und wir durchfahren Braniewo mit seiner großen Backsteinkirche. Wegen der Messe bewundern wir sie nur von außen. Eine Meeresbrise begrüßt uns am Frischen Haff, wir sind in Frombork angekommen. Der Ort ist voller Menschen und wir bemerken, dass am heutigen Sonntag Maria Himmelfahrt gefeiert wird. Wir besichtigen die Bischofsburg mit der großen Kathedrale. Zufällig erleben wir eine Hörprobe der großen Barockorgel und können beim Hören die wertvolle, gut erhaltene Ausstattung der großen Kirche mit ihren vielen Altären bestaunen. Ein Blick vom Turm der Befestigungsanlage lässt uns diesen Ort noch ganz anders kennenlernen. Im Turm finden wir auch eine kleine Sammlung schöner Taufengel.  Nach einem leckeren Sonntagsessen mit regionalen Gerichten steigt TO noch auf den Turm der alten Wasserkunst und freut sich über den Haffblick und die Burganlagensicht. Gegen Abend kommen wir in Elblag an, der Stadtcamping am gleichnamigen Fluss hat noch einen Platz für uns und so können wir noch einen Stadtbummel zur nahen Altstadt genießen.
Am Montagmorgen besichtigen wir die große St. Nikolauskirche und die St. Marienkirche in der eine tolle Ausstellung zeitgenössischer Kunst zu sehen ist. Eine kleine Runde durch die gut restaurierte, im Krieg fast völlig zerstörte Altstadt endet am Stadtrand und wir fahren noch eine Stunde auf die Frische Nehrung bis nach Krynica Morska. Wir freuen uns auf die Ostsee und ein erfrischendes Bad, denn es ist sehr schwül warm geworden. Wir finden auch einen Waldcampingplatz im recht vollen Urlaubsort. Aber wir sind direkt am Strand.

09. - 12.08.2021

Am Montag freuen wir uns auf Klaipeda, das Tor zur Kurischen Nehrung. Der Hafen begrüßt uns mit alten und neuen Speichergebäuden und der alten Drehbrücke in Funktion. Unseren Altstadtbummel beginnen wir am Theaterplatz mit dem Denkmal für Simon Dach und seinem berühmten Ännchen von Tharau. Der Stadtkern wird von einigen historischen, erhaltenen Gebäuden durchzogen, viele sind schön saniert. In einem der Speicherhöfe leben und arbeiten bildende Künstler, es gibt eine Grafikwerkstatt. An den Orten in der Stadt wo einmal Kirchen standen, stehen Glockenskulpturen zum Gedenken an den verheerenden Stadtbrand im 19. Jahrhundert. Auf der anderen Seite des Wassers laufen wir eine breite Fußgängerzone mit vielen Bänken in Richtung des alten Friedhofes, heute ein Park mit über 100 Skulpturen. Zurück über eine der Brücken gehen wir hinauf zu einem Blick über die teilweise sanierte Wallanlage der alten Stadt. Bald schließt sich unser Bummel am Hafen, wo uns die bekannten Kurenwimpel begrüßen. Wir feiern den Abend mit einem Strandspaziergang in Karkle und verabschieden uns von dem kleinen Ort.
Am Dienstagvormittag werden wir von einer der Fähren auf die schmale Kurische Nehrung gebracht und fahren über vierzig Kilometer in den Nationalpark bis nach Nida. Wir hoffen einen Stellplatz auf dem einzigen Campingplatz auf der Litauischen Seite zu bekommen und freuen uns über einen Waldstellplatz auf dem geräumigen Areal. Es ist schon reichlich voll, es herrscht aber eine entspannte Stimmung. Gleich packen wir unsere Strandtasche und sind bald in den Ostseefluten im warmen Wasser beim Baden zu finden. Dann wollen wir noch kurz etwas einkaufen und sind abgelenkt durch einige schöne, alte Fischerhäuser am Hafen und einem Bernsteinschmuckverkauf. Das Gold der Ostsee kann man hier auch wunderbar ungeschliffen auf einem großen Tisch bestaunen und natürlich kaufen. Am späten Abend laufen wir vom Zeltplatz hinauf zur Weißen Düne. In der Dämmerung blinkt der Leuchtturm von Nida.
Wir wollen am Mittwoch die Kurische Nehrung noch etwas näher erleben und laufen auf der Boddenseite vorbei an der Bernsteinbucht mit tollen Holzskulpturen in den kleinen Ort Juodkrante. Die Strandpromenade zieren viele sehr schöne Steinskulpturen und wir bekommen einen kleinen Hunger, nicht wegen der Skulpturen, sondern wegen der langgezogenen Ortschaft. Es ist aber nicht langweilig. Es gibt viele hübsche Häuser und eine kleine Steinkirche zu bewundern. An einem Fischverkauf direkt an der Straße werden wir sehr nett beraten und kaufen frisch geräucherten Wels. Etwas südlich liegt die große Schwarz Ort Düne zu der wir in der wunderbar warmen und würzigen Nachmittagsluft hinauf steigen. Hier findet man auch die Reste eines versandeten Fischerdorfes.
Nun wird es Zeit für unser Fischessen und wir finden einen netten Platz vor dem Binnenleuchtturm vor Pervalka. Der am Morgen geräucherte kleine Wels wird restlos verputzt, oh wie lecker!
Wir wollen gerne noch einmal zum wunderbaren, weißsandigen Strand zum Baden. Der Weg ist nicht weit vom Campingplatz aus durch den duftenden Kiefernwald. Am Abend gibt ein leckeres, warmes Essen in einem der kleinen Restaurants, mit Platz im Garten und einem Verdauungsrückweg durch die Weiße Düne zu unserem Schlafplatz. Den Leuchtturm von Nida besteigen wir am Donnerstagmittag. Der wunderbare Blick über die Kurische Nehrung lässt die vielen Stufen nicht bereuen. Heute hören wir schon das Meer von weitem brausen und es ist wunderbar in den Wellen des warmen Wassers zu baden. Wir verabschieden uns mit einem gemeinsamen Tee von Cornelia, die wieder mit der Fähre nach Hause fährt. 

06. - 08.08.2021

Am Ende von 3 Kilometern Schotterstraße finden wir einen schönen Campingplatz am Meer und genießen unseren Fisch mit etwas Hirse und Gemüse.
Die breite Einfallstraße in die Hafenstadt Ventspils bringt uns direkt neben den großen, schönen Freitagswochenmarkt, auf dem wir nun auch Brot, leckere, kleine Pfirsiche und gut geräucherte Schweinswurst mit viel Knoblauch kaufen können. Gleich dabei auch die Orthodoxe Kirche mit ihren blitzenden Türmen. Wir freuen uns über den Rundgang bei Sonne und Wind und kommen nicht an einer kleinen Konditorei, wo es leckere Törtchen gibt, vorbei. In der alten Burg gibt es eine gute Ausstellung zur Geschichte des Ortes und der Region und einen Hafenblick vom Turm. Überall in der Stadt trifft man auf Skulpturen eines Steinbildhauers, sehr passend zum Ort am Meer. Wir sind schon einmal vor 10 Jahren in Ventspils gewesen und bemerken, dass vieles erneuert und saniert wurde und der Ort nicht mehr so brüchig erscheint. Auch die gemütliche Holzhäusersiedlung am Stadtrand gibt sich teilweise modern und frisch.
Wir fahren weiter und übernachten direkt am Meer in Jūrkalne mit einem breiten, feinsandigem Strand und langer Steilküste. Eine schöne Spinne am Morgen bringt Regenwetter und wir fahren nach Liepaja um die Stadt kennenzulernen. Hier gibt es auch einen schönen Wochenmarkt mit all den vielen, regionalen Produkten und der historischen Petermarkthalle neben der Petrikirche. Unser Auto parkt gleich dort und wir laufen in die Innenstadt zur Dreifaltigkeitskirche. Hier steht eine der größten historischen Orgeln Europas. Wir haben auch die Möglichkeit auf den Turm zu steigen und klettern hinauf zwischen den Übersetzungsstangen der Turmuhr und dem Uhrwerk, vorbei an zwei alten Glocken. Trotz regnerischer Luft freuen wir uns über den Blick über die Stadt mit seinen historischen Resten, der modernen Konzerthalle und dem Meer im Hintergrund. Leider wurde Liepaja im Krieg auch schwer zerstört und gerade von hier oben ist das deutlich zu erkennen. Das Regenwetter überredet uns zu einer Übernachtung in einer ursprünglichen Hütte in der Nähe von Bernāti, nur 100 Meter vom schönen Strand entfernt. Am Sonntagvormittag starten wir fröhlich in Richtung Palanga, überqueren auch gleich die Grenze nach Litauen. Unser Rundgang durch den mondänen Badeort beginnt mit einem anhaltenden Regenwetter.  Wir überstehen einen großen Teil der Feuchtigkeit bei doppeltem Espresso und fahren weiter bis nach Karkle, kurz vor Klaipeda. Das kleine Familienhotel hat noch zwei Zimmer für uns, am Abend freuen wir uns über die Regenpause und die schöne Stimmung am Strand mit Gleitsschirmfliegern und Strandparty.

03. - 05.08.2021

Das Abendrot bescherte uns einen sonnigen Morgen und in der Nacht ist auch Cornelia angekommen, die uns in den nächsten Tagen begleitet. Zu dritt starten wir unsere Rigaerkundung zu Fuß über die große Brücke. Die Silhouette grüßt uns und wir tauchen an der alten Burg in die engen Straßen der Altstadt ein. Wir lassen uns treiben und freuen uns an der unterschiedlichen, historischen Architektur der alten Hansestadt. Wir bescihtigen die Kirchen St. Petri mit einer weiten Turmsicht, den Dom mit beeindruckendem Orgelprospekt und St. Jakobus. Alt und Neu der Fassaden liegt eng beeinander und es gibt auch brüchige Rückseiten. An der Altstadtgrenze rutschen wir zum Zentralmarkt hinüber, mit seinem unerschöpflichen Warenangebot aller Art und wir kaufen Heidelbeeren, Räucherfisch, Brot und Gemüse. Eine Kostprobe leckerer Krautpiroggen muss auch sein. Zurück hinter der Stadtmauer finden wir noch das Schwarzhäupterhaus und die sogenannten Drei Brüder, spätgotische Giebelhäuser der Hansezeit. Wir sind ganz schön pflastermüde und ruhen uns am City Camp aus und richten uns für eine weitere Nacht hier ein.
Am Mittwoch wollen wir das bekannte Jugendstilviertel sehen und bummeln dann noch einen Bogen an der Orthodoxen Kirche, dem Schwedentor und dem Nationaltheater vorbei.
Am sonnigen Nachmittag verlassen wir die Stadt, immer am Ufer der Rigaer Bucht entlang fahrend. Einer der vielen Leuchttürme in Mersrags ist nur von außen zu betrachten und wir finden einen ruhigen Strandcamingplatz, sind gleich am Meer.
Der neue Morgen erfrischt uns mit einem Bad in der Ostsee und die schmale, schnurgerade Küstenstrasse lässt uns weiter nach Kap Kolka rollen, nach einem kurzen Halt in der Holzkirche von Kolka und einem Kunsterlebnis in einer kleinen Galerie. Am Kap Kolka treffen Ostsee und Rigaer Bucht aufeinander, wir wandern etwas durch die ursprüngliche Küstenregion. Im alten Livenort Mazirbe liegt mitten im Wald ein mystischer Schiffsfreidhof. An der Küste entlang reihen sich einige Leuchttürme. Vom Turm in Slitere sehen wir die Südküste von Saaremaa in der klaren Sommerluft. Die Leuchtfeuer von Mikeltornis und Ovis sehen wir leider nur vom Boden aus. Die einsame Küstenregion hat wenig Infrastruktur, wir sind froh unterwegs etwas leckeren Räucherfisch gekauft zu haben. Das Brot dazu werden wir morgen auf dem Weg in Richtung Ventspils kaufen müssen.

29.07 - 02.08.2021

Wir fahren noch einmal in der Bucht von Pärnu entlang bis zu einem kleinen Campingplatz, Takhuranna. Auf dem liebevoll eingerichteten Platz entschließen wir uns einen Waschtag einzulegen und fahren am Freitag entlang der Küste. In einer kleinen Bäckerei nehmen wir mit süßem Gebäck Abschied von Estland, halten kurz an der Landstraßengrenze zu Lettland, die durch eine alte Steinmole, fünf Häuser und sieben Störchen zu erkennen ist. Die schmale Küstenstraße schnürt immer noch schön an der brausenden Ostsee entlang, dass macht Lust auf ein erfrischendes Bad. Auf der Karte und im Reiseführer haben wir vom Gauja Nationalpark erfahren, er liegt etwas von der Küstenroute entfernt. Wir wollen uns die Zeit nehmen und erreichen zwischen einigen Regenschauern die kleine Stadt Cesis. In der trutzigen Katharinenkirche begrüßt uns ein Restengel eines alten Barockaltars und eine Turmaussicht bietet Rundblicke über die Dächer der charmanten Altstadt.
Wir übernachten am Flussufer der Gauja und starten zu einer Wanderung durch die vielfältige, eiszeitlich geprägte Landschaft des Nationalparks. Wir verlaufen uns ein wenig im Wald und laufen auf alten Eichenalleen, mitgenommen von einem kleinen Reisebus, den Weg zurück suchend. Die Landschaft wird immer wieder geprägt durch Aufbrüche farbigen Buntsandsteins, vier bis fünf Meter hoch und an den Flussufern schon mal über 20 Meter steil nach oben ragend und in der Sonne vielfarbig leuchtetnd. Nach der 20 Kilometer Wanderung suchen wir uns am Stadtrand von Cesis einen neuen Stellplatz an einem kleinen See. Hier fühlen wir uns sehr wohl und können noch für den Sonntag eine Kajakrtour buchen. Unproblematisch werden wir vom Campingplatz mit einem Kajak zum Flussufer gebracht, wo wir im Sonnenschein eine wundervolle Fahrt über den flachen Flusslauf machen. Vom Fluss aus sieht man besonders gut die Sandsteinfelsen mit ihrem tollen Farbspiel. Nach 17 Kilometern Flussabfahrt werden wir kurz hinter einer kleinen Kabelfähre wieder abgeholt und entspannen abends mit warmem Essen in einem netten Café am Zeltplatz.
Heute Morgen wollen wir noch die kleine Stadt Sigulda besuchen. In der evangelischen Kirche gibt es einen netten Begrüßungstisch, Knopfkunst hinter der Orgel und einen Blick vom Turm. Unweit besichtigen wir noch die Burgruine des Livländischen Kreuzritterordens und das frisch renovierte neue Schloss mit seinen wertvoll ausgestatteten Innenräumen. Wir durchqueren noch einmal das Tal. Vom Turm des neuen Schlosses haben wir schon die Mauern der Burgruine Treiden gesehen. Vom dicken Turm aus haben wir eine schöne Rundsicht über das Flusstal. Dicht dabei befindet sich das Freilichtmuseum Krimulda, hier wird die Geschichte der alten Liven sehr anschaulich dargestellt. Direkt an der Straße kann man noch einmal eine Sandsteinhöhle bewundern. Der regnerische Tag hat sich  doch wieder einmal ereignisreich gezeigt. Die gerade Straße A2 bringt uns unerwartet schnell nach Riga. Wir landen auf dem City Camp Riga mitten im Zentrum der Stadt und es regente auch nicht mehr.

27. - 28.07.2021

Am Dienstag sind wir bald im Zentrum von Pärnu angekommen. Die alte Hansestadt zeigt sich uns mit einigen schönen, historischen Bauten, die nach Krieg und Zeit in der Sowjetunion vom alten Glanz wiederspiegeln. Wir besuchen das Museum für zeitgenössische Kunbst mit einer sonderausstellung zum Thema Frau und Mann und bewundern schöne Streetart. Bemerkenswert ist das historische Walltor, einzigartig im baltischen Raum. Der breite Sandstrand ist gut besucht. Pärnu ist die Badewanne Estlands. Eine schöne Brücke führt über die breiten Küstenwiesen. Am Abend suchen wir uns einen kleinen Zeltplatz wieder etwas nördlicher, an einem kleinen See. Heute Morgen mussten wir zeitig zur Fähre nach Kihnu starten. Wir lassen unser Auto am Hafen stehen und genießen die einstündige Überfahrt in der Morgensonne. Die kleine Insel ist ein landschaftliches Kleinod und wenig mit PKWs befahren. Wir können uns am Hafen Fahrräder mieten und fahren über die schmalen Straßen von Nord nach Süd, kreuz und quer. Der gußeiserne Leuchtturm ist zu besteigen, entlang der Wendeltreppe ist eine liebevolle kleine Ausstellung gestaltet. Am Fuße des Turmes gibt es ein besonders leckeres, hier auf der Insel von der Leuchtturmwärterin hergestelltes Eis. Das Wachholdereis hatten wir noch nie auf der Zunge, passt gut zu den vielen Büschen, die unseren Radweg säumen. Ein leckeres Grillgericht kann uns stärken und die Zeit ist fast knapp geworden und wir radeln zur Nachmittagsfähre zurück nach Manilaid Kihnu.

23. - 26.06.2021

Der Freitagmorgen beginnt für uns mit frischen Brötchen regionaler Art und wir sind bald in der naheliegenden kleinen Kurstadt Haapsalu. Wir umrunden die alte Bischofsburg, leider ist der Eintritt für die Dombesichtigung unangemessen und es springt dafür der Besuch eines Künstlerhauses mit Grafikwerkstatt und tollen Arbeiten der Künstlergemeinschaft heraus. In Haapsalu ist es still und wir entdecken einen uralten Friedhof mit Kapelle und drehen die Stadtrunde vorbei am schön erhaltenen Zarenbahnhof. Am Ende der beiden Landzungen an denen die kleine Stadt liegt, fallen wir förmlich in den alten Kultursaal des Kurortes, wo wir lecker und frisch mit Seeblick essen. Direkt neben dem kleinen Markt, wo unser Auto parkt, sehen wir noch die Gebäude der hiesigen Kunstschule. Da ist natürlich Ferienzeit. Wir haben uns bei unseren Gastgebern in Pärsama auf der Insel Saaremaa für den Abend angesagt und müssen leider sehr lange wegen der Fährüberfahrt anstehen. Um so schöner ist die Überfahrt dann endlich nach Muhu und wir werden noch so spät mit einem leckeren Abendbrot auf dem Rukkilillehof erwartet. Hier in Pärsama hat TO vor neun Jahren eines seiner Tagebuchobjekte geschöpft. Schon damals haben wir uns hier sehr wohl gefühlt. Wir wollen zwei Tage auf der schönen Insel verbringen. Am Sonnabend haben wir uns einen Marktbesuch in Kuressaare vorgenommen. Dort erleben wir zufällig den Auftritt einer estnischen Folkloregruppe. Wir bummeln durch die Inselhauptstadt, entdecken Buchkunst und Grafik und umrunden die alte Bischofsburg. Am Nachmittag zieht es uns an den nördlichen Strand Tukhana. Ein guter Ort zum Abhängen. Am Sonntag gibt es auf der Insel einen Tag der offenen Höfe. Wir verkossten süßen Wachholdersirup und spazieren durch den schönen Garten. Da fahren wir auch mal über staubige Schotterstraßen, vorbei an den Windmühlen von Angla und der schroffen Pangaküste. Die Kirche in Kihelkonna hat einen frisch renovierten, uralten Glockenturm. Heute Morgen gibt es nochmal ein nettes Frühstück bei Laleickes und wir starten zurück zur Fährüberfahrt nach Kuivastu. Ein Halt an der Kirche in Karja muss doch noch sein zum Abschied und wir sind bezaubert von den uralten Skulpturen und dem magischen Licht der farbigen Glasfenster in den allzu kleinen Fensteröffnungen in den dicken Mauern. Ein Blick geht zurück über die spiegelglatte Wasserfläche auf die Küste hinter uns und wir entscheiden uns für die Landstraße in Richtung Pärnu, teilweise auch wieder eine Herausforderung für unser Auto, Schotter und Staub. Dieses langsamere Fahren lässt uns jedoch alte Windmühlen und Kirchen entdecken. Aus einer offenen Tür klingt Cellomusik. Ein spontanes Wendemanöver lässt uns eine alte Schule finden und wir werden am Ruhetag des kleinen Cafés darin zu Blaubeerkuchen und Espresso eingeladen. Am Nachmittag landen wir auf einem Campingplatz direkt am weißen Sandstrand vor Pärnu, genießen die Ostseeluft, können erfrischt baden und auch wiedermal Bilder und Text vorbereiten.

21. - 22.07.2021

Nach einer sehr windigen Nacht an Tallinns Marina, grüßt die Stadt mit einem frischen, klaren Morgen und wir sehen uns noch die ehrwürdigen Klostermauern von St. Birgitta an. Auf dem Weg in die Stadt liegt auch ein bedeutungsvoller Ort für Estland, das Sängerfeld. Da wollen wir auch noch hin. Hier begann für das moderne Land die friedliche Revolution, indem die Esten sich auf diesem weiträumigen Hang zum Singen ihrer Volkslieder trafen, obwohl es von der Sowjetregierung verboten war. Heute finden hier vielfältige Veranstaltungen statt. Gleich drei Ecken und eine Baustelle weiter entdecken wir das Barockschloss Katharinental mit seinen gepflegten Parkanlagen mitten im Stadtteil Kadriorg. In einem kleinen Café genießen wir eine super leckere, kalte Gurkensuppe. So gestärkt, drehen wir noch eine Runde durch das Viertel mit den schicken, alten und neuen Holzbauten.
Für die heutige Übernachtung haben wir uns ein Hotelzimmer in der Altstadt gesucht und können von hier aus gemütlich einen Bummel starten. Die St. Olavskirche ist leider wegen Bauarbeiten zu, also freuen wir uns an ihrem äußeren, erhabenen Anblick. Bis in den späten Abend sehen wir uns Altbekanntes und Neues in dieser schönen, alten Hansestasdt an. Zum Abschluss gibt es noch einen Blick vom Domberg. Am Morgen wollen wir noch zum nahegelegenen Markt am baltischen Bahnhof gehen, auch um in der riesigen Vielfalt etwas Obst und Fisch zu kaufen. Die Reise geht weiter in Richtung Westen an der Küste entlang. Cornelia gab uns einen guten Tipp, auf der Halbinsel Lohusalu befindet sich das Arvo Pärt Zentrum. Die einzigartige Architektur, ein toller, ins Landschaftsbild eingefügter Aussichtsturm mit Meeresblick gehen auf das Schaffen des berühmten Komponisten gefühlvoll ein. Wir sind froh, dass wir dahin gefunden haben.
Etwas südlich in dem kleinen Dorf Padise gibt es die Ruine des Benediktiner Klosters zu bewundern, auch hier mit einer Turmaussicht über die sommerlichen Felder. Die genauso alte Kirche in Harju-Risti gefällt uns auch sehr gut. TO darf auch hier noch abenteuerlich in den besonders geformten Turm, mit seinen zwei Glocken und einem Landblick klettern. Gegen Abend fahren wir an der Küste in Richtung Haapsalu entlang und finden einen kleinen, familiär geführten Campingplatz nahe bei der Stadt. Wir genießen sehr den Aufenthalt, am Morgen gibt es frische, landestypische Brötchen.

18. - 20.07.2021

Am Sonntag mussten wir halb zehn am Fährterminal sein. Die Viking Line Fähre kam auch pünktlich. Bald fuhren wir in den Bauch des riesigen Schiffes und brummten, Helsinkis Hafenansicht vom Heck aus betrachtend, zwischen einigen Schären in Richtung Tallinn. Nach reichlich zwei Stunden begrüßte uns die estnische Hauptstadt in der Mittagssonne mit seiner markanten Altstadtansicht, besonders der weithin sichtbaren Spitze der St. Olafskirche, einem uralten Seezeichen. Der Tag sollte uns weiter über die Schnellstraße in Richtung Ostgrenze nach Narva bringen. Wir wollten die Zeit in Estland von dieser Seite her beginnen. Wir parkten neben der alten Burg, direkt neben der Grenze zu Russland. Auf der anderen Seite des Narva Flusses steht die alte Festung Iwangorod. Über den Festungsvorhof der Narvaburg gehend, auf dem die letzte Leninskulptur Estlands in Richtung Grenzbrücke zeigt, entschlossen wir uns das Burgmuseum zu besuchen. Das war dann doch sehr interessant, ein Fahrstuhl brachte uns auf die Turmaussicht mit seinem hölzernen Wehrgang. Von der Geschichte des Grenzortes beeindruckt fuhren wir wieder zurück in Richtung Westen, durch ein rauschendes Sommergewitter hindurch, unser Auto war auch gleich entstaubt. Wir fanden einen traumhaft schönen Campingplatz am Meer und starteten noch zu einer Strandwanderung, mit dem Ziel eines netten Restaurants und leckerem Essen mit Meerblick und Aussichtsturm.
Am Montag ging es in die Natur. Der Lahemaa Nationalpark mit seinen vier Halbinseln bietet vielfache, tolle Naturerlebnisse. Wir wandern auch durchs flache, warme Wasser im größten Findlingsfeld Estlands auf der Halbinsel Käsmu. Vorher fanden wir spontan die Ruine einer alten Vasallenburg, direkt an einer alten Hafenbucht. Für die Nacht entdecken wir mitten im Nationalpark einen Platz an einem kleinen See. Wir stärkten uns zum Frühstück mit frischen Heidelbeeren und Quark und waren so fit für den Tag. Zuerst starteten wir zu einer Wanderung durch das Viru Moor, wo wir viele seltene Pflanzen wie z.B. Sonnentau bewundern. Außerdem gab es die Möglichkeit in einem der Moorseen zu baden. Nach dem Mittag fuhren wir nach Palmse und besichtigten eines der vielen noch erhaltenen Herrenhäuser hier im estnischen Norden. An der Spitze der Halbinsel Pärispea finden wir ein Kleinod und sind erstaunt über eine vielfältige Ausstellung zeitgenössischer Kunst in einem verrückten Museum, direkt am Hafen. Gegen Abend fahren wir doch noch in Richtung Tallinn und bekommen zum Glück einen Stellplatz am Hafen neben Yachtclub und altem Olympiazentrum, unweit der Ruine des St. Birgittenklosters. Von der Ferne grüßt im Abendlicht Tallins Stadtansicht mit Hochhäusern und markanten alten Kirchen. 

17.07.2021

Der Campingplatz liegt weiträumig im Grünen, inmitten des Stadtrandes, unweit der Endhaltestelle der Metro. Am Sonnabendmorgen frühstücken wir in Ruhe und wollen mit der Metro ins Stadtzentrum fahren. Nur gibt es statt Metro Schienenersatzverkehr mit Bussen. Ab heute wird über einige Tage am Streckennetz gebaut. Der Bus bringt uns bis zum Platz am Hauptbahnhof und wir starten unseren Stadtrundgang von da aus. Wir haben uns die Kunsthalle vorgenommen, 10 Minuten um die Ecke, mit einer aktuellen Fotografieausstellung. Jetzt ein stilvolles Café wäre gut und wir suchen uns ein angesagtes Solches, inmitten einer wasserreichen und grünen, blühenden Insel. Den Felsendom sehen wir leider nur von außen, schade - heute geschlossen. Weiter geht´s zu Fuß und wir bewundern historische und sehr moderne, vielfältige Architektur. Die bekannte Markthalle am Hafen wollen wir auch noch erleben, auch um etwas eingelegten Fisch zu kaufen. Von da aus ist es zum Glück nicht sehr weit bis zur großen Kathedrale, mit ihrer sehr schön klingenden Orgel. Wir erleben gerade ein paar Übungsminuten des Kantors und freuen uns sehr darüber. Am späten Nachmittag sind wir ganz schön pflastermüde und nehmen den Bus zurück in Richtung unseres "zu Hauses". Gleich nutzen wir noch den Platz im Fernseh- und Spielzimmer mit seinem guten WLAN um die heutigen Bilder zu laden und etwas zu schreiben. Die Fähre morgen Vormittag nach Tallinn ist auch schon gebucht.

13. - 16.07.2021

Wir haben gleich gemerkt wie herzlich wir auf dem Campingplatz in Saloranta aufgenommen wurden, schon weil man TO einen extra Flyer zur Begrüßung drucken ließ. Am Dienstagmorgen fiel leider unser Stromregler für die Kühlbox aus und stellt uns bei der Hitze vor ein ziemliches Problem. Glücklicherweise wird Gesine in der Küche von einer Frau, die deutsch spricht, angesprochen und beim netten Gespräch verspricht sie uns Hilfe bei unserem Geräteproblem durch ihren Mann. Er telefoniert mit einer kleinen Werkstatt am Stadtrand von Turku und der flotte Elektroniker verkauft uns ein neues Gerät inklusive Steckeranpassung. Das war doch eine wunderbare Fügung.
Wir wollen uns Naantali ansehen, eine Sommerfrische vor Turku. Eine alte Kirche über dem Hügel, umgeben von mehreren Straßenzügen alter, gepflegter Badeorthäuser prägen den beliebten Urlaubsort vor der alten Hauptstadt Turku. Wir wollen noch ein Stück Küstenstraße fahren in Richtung Hanko, dem südlichsten Zipfel Finnlands und fahren auf die kleine Insel Skaldö, wiedermal mit einer Kabelfähre.
Nach der Nacht am erfrischenden Waldplatz fahren wir an die Halbinselspitze nach Hanko. Auch dieser Ort ist durch den Sommertourismus geprägt und ein Aussichtsturm bei der Kirche beschert uns einen tollen Blick über die Ostsee ringsrum. In der nach dem Krieg schön schlicht wieder aufgebauten evangelischen Kirche finden wir gleich zwei Votivschiffe vor den Fenstern hängend. Sie werden in einem Aushang auch mal in deutscher Sprache berschrieben. Votivschiffe in den evangelischen Kirchen rund um die Ostsee sind ein ganz markantes Merkmal in den Kirchenräumen. Das fällt sicher auch auf unseren Fotros auf. Wir wollten bloss noch einmal darauf eingehen, es gibt immer wieder ganz tolle Exemplare dieser besonderen Ausstattung.
In Hanko erfrischen wir uns bei einem Bad im klaren Wasser am Stadtstrand. Hier steht auch ein Denkmal für die vielen Finnlandaussiedler, die im 19. Jahrhundert nach Amerika weggingen, hier sehr schön durch startende Kraniche versinnbildlicht.
Wir verabschieden uns von diesem beschaulichen Ort, der trotz Hochsaison nicht sehr überfüllt scheint.
Wir fahren ein weiteres Stück in Richtung Loviisa und finden zum erstmal keinen Platz auf dem Ortscamping. Die Sommerschwüle lässt uns nicht mehr weiter suchen und wir stellen uns wild 100 Meter weiter ans Wasser, welches uns etwas Frische bringt. Am Morgen packen wir und  fahren ungefrühstückt, mit einem kurzen Halt in Loviisa, in Richtung Hamina. Die Stadt wird unser östlichstes Finnlandziel vor der Grenze zu Russland sein. Wir lesen schon ständig Hinweisschilder wo und wieweit St. Petersburg liegt, leider können wir die von uns gewünschte Rundung unserer Tour an der Ostküste entlang nicht passieren, der Coronalage geschuldet. Die Kleinstadt Hamina empfängt uns mit einer prunkvollen Ausstellung einer Modedesignerin in einem der prächtigen, alten Häuser am Zirkus, eines im Kreis gebauten Ortes.
Wir wünschen uns ein Frühstück und fallen förmlich in ein nettes Café, wo wir guten Kaffee und frisch belegte, knusprige Brötchen frühstücken. Gleichzeitig können wir den leeren Akku der Kamera für eine Stunde aufladen, während wir schon mal einen Rundgang durch 3 der Kirchen am Rondell machen. Zufällig entdecken wir ein wunderbares Anwesen der Familie eines ehemaligen Arztes mit einem liebevoll gepflegten Garten und einer schönen, kleinen Kunstausstellung. Wir beenden den Nachmittag und fahren auf der Autobahn ein Stück zurück. Wir haben uns einen schönen SF-C Campingplatz ausgesucht und schlängeln uns auf eine Insel vor Porvoo, dort sind wir wiedermal herzlich willkommen und stehen auf dem steilen, glatten Schärenfelsen vom roten Granit. Auch hier können wir nochmal vorhandene SUP-Boards nutzen und drehen eine Runde über 2 Buchten. Heute Morgen starten wir ins unweite Porvoo und können am Hofladenstand an der Straße frische Himbeeren kaufen. Die Domstadt Porvoo überrascht uns mit der trutzigen Kirche und Glockenturm und einer wunderbaren, sich an einen Flusshang schmiegenden, lebhaften Stadt. Wir freuen uns über schönes Essen in einem Café am neuen Markt, welches wir ohne den freundlichen Tipp einer Frau in einem Kunstgewerbeladen niemals entdeckt hätten. Porvoo ist auch hauptsächlich schwedischsprachig. Unsere Runde schließt sich wieder am Dom, der leider wegen einer Hochzeit geschlossen ist. Vor dem Rathaus beobachten wir zwei freche Dohlen, kluge Vögel die wir hier in Skandinavien immer wieder sehen, ein bisschen so, wie die Tauben bei uns, nur weniger. Es ist Nachmittag und wir wollen schon mal in Helsinki sein und checken im stadtnahen Rastila Camping ein. Auch um WLAN und Muße zu haben Reisetagebuch zu schreiben und zu baden. Es sind immer noch 30 Grad, die Finnen stöhnen, so warm hatten sie es schon sehr lange nicht mehr.

10.-12.07.2021

Wir sind froh über die Übernachtung in der Hütte am Wasser bei Henry, denn wir werden in der Nacht von einem starken Gewitter geweckt. Das verzieht sich bald und im Sonnenschein fahren wir nach Eckerö im Nordwesten zu einem alten Posthaus mit einer wunderbaren Textilkunstausstellung. An diesem Platz kommt die Geschichte sehr sehenswert hervor, auch durch den denkwürdigen Ort zur alten Postwegrute. Hier sieht man besonders schön den roten Rapakivi Granitstein. Außerdem blühen nach dem Regen sehr feurig die Moose und wir sehen Blutweiderich und Wasserporst. Der Rückweg über die Hauptinsel führt an einigen Kirchen vorbei, die wir besuchen, unter anderem in Eckerö und Finström. Die markanteste Ausstattung aller Kirchen an der Ostseeküste sind die vielfältig gestalteten Votivschiffe. Frühmittelalterliche Kirchen mit ihren Innenausstattungen sind sehr selten, denn Städte und Dörfer sind im 19. Jh. größtenteils durch Brände vernichtet worden. Deswegen findet man kaum mittelalterliche Gebäude und immer wieder neugotische Kirchenbauten. Abends finden wir einen Stellplatz weit oben, über 100m über Null, mit traumhaftem Blick auf die blitzende Ostsee in der Ferne. Gleich neben dem Auto gibt es ein bemerkenswertes Geröllfeld, die Landhebung lässt grüßen. Morgens entschließen wir uns zur Fähre nach Kökar und Galtby zu fahren. An einer der vielen Brücken die wir auf Åland überqueren entdecken wir ein altes Schiffswrack aus dem Wasser heraus ragen. In Långnäs nimmt uns die Fähre mit und wir genießen die Überfahrt auf Deck und bei schönem Essen im Salon. Das 100jährige Ålandjubiläum fällt uns durch das leicht gestaltete Logo ins Auge. Die kleine Insel Kökar ist Zwischenhalt und wir nutzen die 3stündige Pause mit dem Besuch des alten Klosterortes mit seiner Kirche, genießen die schönen Ausblicke, finden eine Felsritzung der alten Seefahrer. Nach einem Abschieds Åland Pankaka wandern wir nochmal in die Schärennatur mit u.a. einem Eschen- und Vogelbeerbaumwald. Wir warten nochmal an der Fähre nach Galtby und gleiten in den Abend zurück auf den Schärenring. Wir wollen heute noch Turku besichtigen und sind bald in der zentralgelegenen Markthalle mit seinen über 50 Händlern, den vielen lokalen Produkten. Die Infohalle der Touristenunformation finden wir sehr flippig in einem Einkaufszentrum. Das Stadtzentrum wird gerade mit vielen Baustellen saniert. Da entsteht auch ein neues Busterminal in toller Holzarchitektur. Die alte Hauptstadt ist sehr lebendig mit Cafés und Läden, dem trutzigen alten Dom inmitten eines schönen Parks. Am Wasser entlang schöne Häuser, die alte Apotheke und wir brauchen einen guten Espresso unter den alten Linden an der Orthodoxen Kirche. Ein Blick hinein lässt uns über die schöne Himmelskuppel staunen. Gegenüber gibt es nochmal Blicke über die neu entstehende Busstation durch den Bauzaun. Wir parken noch einmal um zum alten Hafen mit seinem maritimem Flair, den alten Seglern und der Burg.  Gegen Abend wollen wir wiedermal einen Campingplatz finden, fahren auf eine Schäreninsel vor Naantali. Ein kleiner, familiärer Platz empfängt uns sehr freundlich und wir können sogar mit den SUP-Boards eine Tour über das windstille Wasser machen. Wunderbar!